Visionssuche

"Lass dich ziehen von dem leisen Sog dessen, was du wirklich liebst."

Rumi

 

Dieses Ritual des Übergangs existierte bei vielen Völkern der Erde. Das Wort Visionssuche (im Englischen „Vision Quest“) kommt vom lateinischen „videre“ = sehen, erkennen, von dem Wort „visio“ = Vision und von „quaerere“ = suchen, ergründen. Die Visionssuche ist ein tiefer Selbsterfahrungsprozess und dient unter anderem dazu, Erkenntnisse durch eigene Innenschau in die Tiefe der eigenen Psyche zu gewinnen. Grundlegende Elemente sind der Verzicht auf Nahrung, Unterkunft und Kontakt zu anderen Menschen.

In der Natur/ Wildnis kommen wir zur Ruhe und finden Distanz zu unseren üblichen Denk- und Handlungsmustern. Erst diese Distanz ermöglicht es dem Teilnehmer seine Lebenssituation ganzheitlich betrachten zu können. Die Fragen und Aufgaben, die der Teilnehmer mit in dieses Ritual nimmt ergeben sich aus einem persönlichen Gespräch/ Einstiegsrunde und sind immer individuell. Folgende Themen, die in unserer Gesellschaft häufig wiederkehren, können auf einer Visionssuche bearbeitet werden:

Die Visionssuche schafft den Raum für tiefe, nachhaltige Erkenntnisse und neue Gedankengänge. Die meisten berichten von einer vollkommenen Verbundenheit mit der Natur. Der Teilnehmer erlebt sein Dasein als ein „Einssein mit einem größeren Ganzen“. So leisten Visionssuchen auch immer einen Beitrag zur Gemeinschaft, in der wir leben: Für eine sich gegenseitig stützende Gesellschaft und für einen respektvollen Umgang mit der Natur.

Das Angebot der Visionssuche findet im Umkreis des Seminarhauses in einer Gruppe bis zu 15 Personen statt. Jeder Teilnehmer sucht sich einen Platz in der Natur, wo er möglichst ungestört ist. Während der vereinbarten Zeit verweilt  der Teilnehmer an seinem Platz. Es wird eine Zeit vereinbart, wann die Gruppe wieder zusammen kommt.

Das Ritual der Visionssuche wird von mir in einer kleinen Zeremonie eingeleitet und während dieser Zeit (von 1 bis zu 3 Tagen und Nächten) begleitet.